Rund 280 Menschen leben permanent auf Zlarin im Archipel von Šibenik. Wenn man an einem sonnigen Märztag durch die Gassen der einzigen Siedlung auf der Insel spaziert, mag schnell der Eindruck entstehen, dass Katzen über das Dorf regieren.
Viele menschliche Bewohner sind Anfang des 20. Jahrhunderts ausgewandert, weil das Korallentauchen nicht mehr profitabel war – unter anderem Anthony Maglica, der Erfinder der Maglite-Taschenlampe. Wer im Urlaub in Kroatien Ruhe, Natur und Outdoor-Aktivitäten sucht, findet auf Zlarin einen erholsamen Rückzugsort.

Wie kommt man nach Zlarin?
Nur wenige Kilometer trennen die Insel vom Hafen in Šibenik, wo mehrmals täglich eine Fähre der Jadrolinija Richtung Archipel schippert. 25 Minuten dauert die Überfahrt. Dabei durchquert das Schiff die malerische Passage zwischen dem Fluss Krka und der Adria. Wer plant, diesen Moment auf dem Außendeck zu filmen oder zu fotografieren, mag ein bisschen enttäuscht sein. Die Fähre Adriana ist ein Katamaran, auf dem es nicht erlaubt ist, sich draußen aufzuhalten.
Bei der Ankunft auf Zlarin warten bereits mehrere Elektromobile auf Einheimische und Urlaubsgäste. Auf der Insel herrscht nämlich ein strenges Autoverbot, so dass ausschließlich Seewind und Gesprächsfetzen die Stille durchbrechen. Der Urlaub vom allgegenwärtigen Motorenlärm an der Küste des Festlands kann beginnen.

Restaurants und Cafés im Dorf
Lässt man die Hafenmauer hinter sich, liegt zur Linken ein kleiner Supermarkt. Rund um den Yachthafen haben sich auch einige Restaurants und Cafés angesiedelt. Ein Teil davon wirkt außerhalb der Urlaubssaison wie eingemottet, während sich in anderen Lokalen in der Nachbarschaft einzelne Menschen zum Nachmittagscafé mit Meerblick versammelt haben. Zusammenkünfte beim Kaffee gehören in Dalmatien einfach zum Alltag dazu, und Zlarin bietet dafür eine wunderschöne Kulisse mit Postkarten-Flair.

Sehenswürdigkeiten auf der Insel
Eine der wichtigsten Sehenswürdigkeiten auf der Insel ist im März noch geschlossen: das Korallenmuseum. Es dokumentiert die Geschichte der Korallenverarbeitung, die im 14. Jahrhundert auf Zlarin zu florieren begann. Die Insulaner waren für die Herstellung von maritimen, roten Schmuckstücken bekannt und tauchten auch selbst nach Korallen – ein Wirtschaftszweig, der vor rund 100 Jahren abgebrochen ist.
Neben dem Museum gibt es im Dorf einige schmuckvolle Kirchen zu sehen, darunter die Pfarrkirche Maria Himmelfahrt und die beiden im 17. Jahrhundert errichteten Kapellen St. Rochus und St. Simeon. Ansonsten punktet das dalmatinische Eiland vielmehr mit Naturschönheiten als mit kulturellen Denkmälern zum Besichtigen.

Outdoor-Aktivitäten auf Zlarin
Die etwa sechs Kilometer lange Insel ist mit Pinien- und Fichtenwäldern, Olivenhainen und Weinbergen bedeckt. Aus Zlarins Landschaft ragen Hügel wie der höchste Punkt Kljepac, der 174 Meter Höhe misst und einen traumhaften Rundumblick über die Nachbarinseln und die Adriaküste gewährt.
Es gibt ausgeschilderte Strecken für Mountainbike-Touren und Wanderwege, die zu entlegenen Fels- und Kiesstränden in Buchten wie Vodena und Lovisca führen. Auf Zlarin ist es ein Leichtes, sich zu Fuß oder auf dem Fahrrad treiben zu lassen und die Zeit zu vergessen.
Doch was ist das? In der Nähe des Dorfes fällt der Blick auf eine wilde Mülldeponie, auf der eine streunende Katze thront. Es ist einer dieser schockierenden Augenblicke, in dem man aus Träumereien vom geliebten Land Kroatien schroff herausgerissen und zurück in die Realität katapultiert wird. (as)


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