Sie thronen wie Wächter über den Gassen und sorgen mit ihren imposanten Mauern für Urlaubsfotos mit mittelalterlicher Note. Die Festungen in Šibenik gehören neben der Kathedrale des Heiligen Jakob zu den Hauptattraktionen der Altstadt, die zu den schönsten in Dalmatien zählt. In diesem Artikel bekommst du wertvolle Hintergrundinformationen über die Trutzburgen.
Kombiticket für 2 oder 3 Festungen in Šibenik
Beim Bummeln durch die engen Gassen von Šibenik liegt die Festung St. Michael (kroatisch: Tvrđava Sv. Mihovila) am nächsten. Für eine Besichtigung innerhalb der Burgmauern wird ein Eintritt von 10 Euro fällig. Es gibt aber auch die Option, für 13 Euro ein Kombiticket für drei Festungen in Šibenik zu erwerben. Solch eine Eintrittskarte gewährt Zugang zu St. Michael, Baron und St. Johannes.
An den höher gelegenen Festungen Baron und St. Johannes, die zirka fünf Minuten Fußmarsch voneinander getrennt sind, wird für 11,50 Euro ein für die beiden Sehenswürdigkeiten gültiges Ticket verkauft (Stand aller Preise: März 2026). Folglich schlägt man damit zwei Fliegen mit einer Klappe.

Festung St. Michael
Falls du im Urlaub in Dalmatien Konzerte und Theater unter freiem Himmel erleben möchtest, ist die Sommerbühne mit 1077 Sitzplätzen in der Festung St. Michael eine gute Adresse. Der Blick von den Rängen auf den Fluss Krka und die Dächer der Altstadt von Šibenik ist atemberaubend und mag manchen Vorstellungen die Show stehlen.
Außerhalb von sommerlichen Veranstaltungen auf der Freilichtbühne kannst du die Aussicht beim Schlendern über die Mauern und restaurierten Bastionen genießen. Es ist ein wahrhaft geschichtsträchtiges Mauerwerk: Hierbei handelt es sich um die älteste der Festungen in Šibenik. St. Michael (auch als Festung der Heiligen Anna bekannt) wurde im elften Jahrhundert nach Christi errichtet und diente sowohl der Verteidigung der Stadt als auch der Mündung der Krka.

Festung Baron
Šibenik lässt sich wegen seiner Hanglage als „Stadt der tausend Treppen“ bezeichnen. Wer sie zu Fuß erkundet und dabei zur Festung Baron (kroatisch: Tvrđava Barone) aufsteigt, erhält ein Training für die Beinmuskeln gratis dazu. Als Belohnung für die sportliche Ertüchtigung kannst du dir in der mondänen Festungsbar ein kaltes oder warmes Getränk gönnen – zum Beispiel ein eisgekühltes Radler, einen Cocktail oder eine Tasse Kaffee. Sitzplätze mit Tischen gibt es im Innenraum und draußen an der Mauer, wo der Panoramablick auf die Altstadt und die Lagune der Besichtigung das i-Tüpfelchen aufsetzt.
Ursprünglich war die Festung Baron ein Bollwerk gegen die Angriffe der Osmanen im 17. Jahrhundert. Das Beeindruckende an ihr ist, dass sie im Sommer 1646 in weniger als zwei Monaten erbaut wurde. Schaut man sich die Dicke des Mauerwerks aus nächster Nähe an, grenzt diese Leistung aus heutiger Sicht an ein Wunder. Von ihrem Zweck der Verteidigung zeugen die Kanonen-Nachbildungen, die entlang der Festungsmauer positioniert sind.

Festung St. Johannes
Wie bereits erwähnt, sind zwei Festungen in Šibenik direkte Nachbarn. St. Johannes (kroatisch: Tvrđava Sv. Ivana) erfordert ab der Festung Baron einen weiteren kurzen Aufstieg und bietet neben einer fantastischen Aussicht ein paar zusätzliche Einblicke in die bewegte Historie.
Der Bau der zwei Verteidigungsanlagen fand zeitgleich statt – laut geschichtlicher Überlieferung in nur 58 Tagen. Bei der Errichtung der Festung St. Johannes packten die Bürger von Šibenik vor dem großen Angriff der Osmanen kräftig mit an, um den Entwurf des Ingenieurs und Paters Antonio Leni aus Genua noch rechtzeitig zu realisieren. Unter der Festung befindet sich heute ein Campus, wo man sich an heißen Sommertagen abkühlen kann.

Wanderung zur Wasserfestung St. Nikolaus
Weit außerhalb der Altstadt flankiert die Wasserfestung des Heiligen Nikolaus (kroatisch: Tvrđava Sv. Nikola) den Übergang von Fluss und Meer. Die Fähre nach Vodice schippert direkt an diesem Bollwerk vorbei. Zu Fuß ist die Festung über den Wanderweg am Kanal Sv. Ante erreichbar. Das UNESCO-Weltkulturerbe gilt als Musterbeispiel für die venezianische Militärarchitektur des 16. Jahrhunderts.
Die massiven Mauern zeugen wie bei allen Festungen in Šibenik von der weitreichenden Bedeutung bei der Verteidigung der Küste Dalmatiens. Deshalb überrascht es kaum, dass das Kulturdenkmal viele Wanderer in seinen Bann zieht. Hier ist jedoch der Weg das Ziel: Im folgenden Video siehst du, welche spektakulären Panoramen die Route zur Wasserfestung sonst noch für Natur- und Kulturfreunde bereithält.
Lohnen sich die Festungen in Šibenik?
Wenn du dir ein tieferes Verständnis für dalmatinische Geschichte wünschst und die Mauern mit deinen eigenen Händen berühren möchtest, lohnt sich ein Besuch der Festungen in Šibenik. Darüber hinaus sind die Ausblicke bei klarem Himmel ein Garant für magische Fotos und Videos.
Außer einigen Infotafeln und einer Aussicht zum Schwärmen wird für den vergleichsweise hohen Eintrittspreis allerdings nichts geboten, nicht einmal ein Freigetränk in der Barone-Bar. Ob man den Eintritt als Abzocke oder als gerechtfertigt empfindet, mag jeder nach eigenem Ermessen selbst entscheiden. (as)


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