Ihre Fläche umfasst lediglich 0,36 Quadratkilometer. Damit ist Krapanj die kleinste und tiefstgelegene bewohnte Insel in Kroatien. Mit malerischen dalmatinischen Steinhäusern und einem Kiefernwäldchen ragt sie wie eine Perle aus dem Meer – nur 300 Meter vom Festland entfernt. In diesem Blogartikel erfährst du, was einen Spaziergang auf dem Eiland so reizvoll macht.
Fähre von Brodarica nach Krapanj
Falls du deinen Urlaub in Kroatien in Šibenik verbringst, kannst du das Auto einfach mal stehen lassen. Der rote Stadtbus Nr. 4 Richtung Brodarica fährt direkt zur Anlegestelle der Fähre nach Krapanj. Du brauchst dir auch keine Gedanken darüber zu machen, wann du aus dem Bus steigen solltest, denn es handelt sich um die Endstation der Linie. Vom Hafen geht es anschließend zurück zum Busbahnhof von Šibenik.
Die Abfahrtzeiten der Inselfähre lassen sich online einsehen, während Fahrkarten direkt an Bord verkauft werden. Kaum ist man aufs Schiff spaziert, ist nach wenigen Minuten auch schon das Ufer von Krapanj erreicht. Wer einen Trockenbeutel für Kleidung und Wertsachen besitzt, könnte rein theoretisch dorthin schwimmen. Doch wer möchte sich klatschnass auf eine Erkundungstour begeben? 😉

Malerisches Dorf und idyllische Natur
Bereits an der Promenade von Brodarica siehst du es: Auf Krapanj steht ein Dorf voller dalmatinischer Steinhäuser wie aus dem Bilderbuch. In der Vergangenheit lebten dort über 1.500 Menschen – geblieben sind rund 200 permanente Einwohner. Damit war die Insel früher die am dichtesten besiedelte in der Adria. Den Zugang zu Elektrizität bekamen die Insulaner erst 1959, und bis in die frühen 1960er Jahre wurde Trinkwasser vom Festland importiert.
Sobald man den Fähranleger hinter sich gelassen hat und über den Dorfplatz schlendert, erkennt man Verbundenheit: Auf Krapanj gibt es eine starke Gemeinschaft, in der jeder jeden zu kennen scheint. Die Dorfbewohner versammeln sich in Grüppchen, lachen und plaudern miteinander, während spielende Kinder um sie herum tollen. Das nahe Café ist zwar im April noch für Zusammenkünfte und entspannte Absacker geschlossen, doch der kleine Kaufmannsladen am Hafen bietet einen Kaffeeautomaten und Lebensmittel zur Grundversorgung.
Auf der gepflasterten Uferpromenade ist es möglich, die gesamte Insel locker zu Fuß oder per Fahrrad zu umrunden. Auf diesem Weg gelangt man zu einem idyllischen Kiefernhain, der von Schotterwegen unter dem Schatten der duftenden Nadelbäume durchzogen ist. Im Frühling sprießen an jeder Ecke prächtige Blüten, und die Felsen an der östlichen Promenade scheinen zu rufen: „Setz dich und tauche ein in das magische Türkis!“
Ja, an sonnigen Tagen strahlt das Meer mit karibischer Intensität. Karibik-Flair herrscht vor allem am südlichen Strand mit Blick auf Brodarica, wo du unter Sonnenschirmen die Seele baumeln lassen kannst. Falls du deinen Spaziergang fortsetzen möchtest, mach am besten einen Abstecher in die verwinkelten Gassen des Dorfes. Einen Einblick in die Vergangenheit der Insel gewähren beispielsweise das Kloster des Heiligen Geistes und ein paar Lost Places wie eine Kirchenruine, von der nur die Grundmauern übrig geblieben sind.

Tradition des Schwammtauchens
Tatsächlich blickt Krapanj auf eine reiche Geschichte zurück, insbesondere wegen der jahrhundertealten Tradition des Schwammtauchens. Natürliche Schwämme aus der Adria werden dank ihrer Schönheit und hohen Qualität bis in die Gegenwart sehr geschätzt.
Die Technik des Schwammtauchens lernten die Inselbewohner von Antun Grk (Anton der Grieche). Dieser Franziskaner stammte von der griechischen Insel Kreta. Seiner Zeit wurden Meeresschwämme noch mit einer dreizackigen Stichwaffe gefangen und später Taucher eingesetzt – eine ökologischere Variante, die sich bis heute bewährt hat. Gut zu wissen: Im Meer leben ungefähr 5.000 Schwammarten, deren Anfrage aufgrund ihrer Natürlichkeit floriert. Weitere Infos findest du im Tauchmuseum auf Krapanj.

Tierische Begegnung auf Krapanj
Vielleicht hast du das große Glück, dass dir bei einem Spaziergang auf der Insel ein freundlicher Berner-Sennenhund-Mix begegnet. Während der sanfte Riese am Strand vor sich hin döst und ich ein Foto von ihm schieße, ahne ich noch nicht, dass dies der Startschuss für eine tiefe Freundschaft ist. Eine Freundschaft, die zumindest so lange anhält, bis ich zurück an Bord der Fähre gehe.
Nach einer Weile bemerke ich, dass der Hund mir auf Schritt und Tritt folgt und immer dann innehält, wenn ich eine Pause mache. Wenn er nicht gerade über mich wacht, planscht er ausgelassen im Wasser, ohne mich aus den Augen zu verlieren. Andere Inselbesucher glauben, es handele sich um „meinen“ Hund, der auch die Dorfgemeinschaft mit seinem lieben Wesen verzückt. Im wahrsten Sinne des Wortes ist er bekannt wie ein bunter Hund. Ein Mann, der besonders innig mit ihm schmust, verrät mir den Namen meines neuen Gefährten: Monti. Und der herzerwärmende Monti wird mit Sicherheit noch sehr lange durch meine wunderschönen Erinnerungen an Krapanj streifen. (as)


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