Omiš hat eine haarsträubende Vergangenheit: Im Gebiet des heutigen Urlaubsortes lebten erst Römer, dann Byzanthiner und im Mittelalter machte sich ein südslawischer Stamm namens Narentaner in ihm breit. Bei diesem Völkchen handelte es sich um gefürchtete Seeräuber, denen die Stadt bis heute den Beinamen Piratennest verdankt.

Rafting, Kayaking, SUP & Bootsausflüge

Während ich durch die engen Gassen der Altstadt schlendere, frage ich mich, wer von den vielen Restaurant- und Ladenbesitzern in Omiš wohl Piraten in der Ahnengalerie vorweisen kann. Vielleicht Rafting-Veranstalter Bruno, der auf dem Fluss Cetina neben Rafting auch Kayaking und SUP-Touren organisiert? Seinetwegen komme ich nach dem Rafting und der Bootstour im September 2013 zum zweiten Mal in den Ort, wo die Cetina in die Adria mündet. Diesmal nehme ich einen öffentlichen Bus von Promet Makarska, nur 25 Kilometer trennen Omiš von Split.

Omiš Kroatien
Foto: Kroatien-Liebe

Sofort fällt auf: Tito und Konsorten haben am Fuße der imposanten Kletterfelsen reichlich gradlinige sozialistische Betonbunker hinterlassen. In einem davon wohnt Bruno mit seiner Frau und den beiden Kindern, erfahre ich bei unserer Plauderei in einem Café am Cetina-Ufer.

Überquert man die Brücke über dem Fluss, wird man gleich von wartenden Kapitänen zu Bootsausflügen animiert. Auch wenn man das Anquatschen als nervig empfinden sollte, kann ich so eine beschauliche Tour wärmstens empfehlen. Natur plus Workout für den Oberkörper bekommt man stattdessen bei den diversen Paddel-Partien geboten.

Altstadt von Omiš Kroatien
Foto: Kroatien-Liebe

Am Badestrand von Omiš

Am 10. Juni haben Brunos Rafting-Teilnehmer kurzfristig abgesagt, so dass wir es erst mal bei unserem Kennenlernen bei Cappuccino belassen und ich mir, statt unterm Wasserfall, am Badestrand der Stadt eine Abkühlung im Meer hole. An dem breiten Kiesstrand liegt noch nicht Handtuch neben Handtuch, im Juli und August zeigt sich die Badestelle wahrscheinlich öfters von ihrer zutapezierten Seite.

Egal ob Vor- oder Hauptsaison, dieser Strand ist auf jeden Fall der ideale Erholungsort für Familien mit Kindern: flacher Einstieg, sandiger Meeresboden und keine Seeigel in Reichweite. Wellen lassen sich auch nicht blicken. Ein bisschen wenig Wasser-Action für meinen Geschmack, aber ganz viel Klarheit und ein türkiser Schimmer, wie ich es beim Baden so liebe.

Aussicht auf Omiš Kroatien
Foto: Kroatien-Liebe

Besichtigung der Piratenfestung

Nach ungefähr anderthalb Stunden brauche ich Abwechslung, esse Mittag in einem Restaurant in der Altstadt und bummele durch Läden und Kunstgalerien. Über dem alten Stadtkern ragt ein Festungsturm in die Höhe. Er heißt Peovica und ist Überbleibsel einer zerstörten Burganlage aus dem 13. Jahrhundert, die sich auf sechs Ebenen bis ins Dinarische Gebirge erstreckte. Wegen dieser Festung konnten die Piraten in Omiš jahrhundertelang ihr Revier verteidigen. Sie verschanzten sich dort oben und warfen einfach Steine auf ihre Gegner!

Festung von Omiš Kroatien
Foto: Kroatien-Liebe

Erst im Jahr 1444 gelang es Venedig, die Stadt zu erobern. Heute kann man die Überreste der Seeräuber-Hochburg für 20 Kuna Eintritt besichtigen. Der Weg dorthin führt über zahlreiche Stufen und nicht erst auf dem Turm wird man mit einer phänomenalen Aussicht auf die Altstadt, die Karstfelsen, die Adria und die Cetina belohnt. Noch mehr Traum-Panoramen von der Fluss-Mündung inmitten der Felsen erhascht man übrigens bei der Rückfahrt nach Split durchs Gebirge. (as)

Festung von Omiš Kroatien
Foto: Kroatien-Liebe

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Autor

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Annika Senger
Annika Senger ist Gründerin und Chefredakteurin des Reise- und Kulturportals Kroatien-Liebe. Die passionierte Bloggerin und Reisevermittlerin interessiert sich für Reisen, Musik, Literatur, Sprachen, Kochen und Fotografie.
Adresse: Berlin, Deutschland

Kommentare

Andreas
30. August 2018
Hallo super etwas von Omis zu sehen . Bin schon sehr oft hier gewesen. Besonders Pizzeria Anthula ist zu empfehlen. Super hier. Würde gleich noch mal hin wollen.

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