Nostalgie-Ballade von Zdravko Colic: Ti si mi u krvi

Zdravko Colic mit seinem Hit Ti si mi u krvi

Manchmal, wenn es mich überkommt, gehe ich abends auf YouTube und höre mich quer durch die kroatische und jugoslawische Musikgeschichte. Wie die Zufallswiedergabe es wollte, bin ich bei Zdravko Colic und „Ti si mi u krvi“ (zu Deutsch: Du bist mir im Blut) gelandet. Dieses leidenschaftliche Liebeslied hat schon ein paar Tage auf dem Buckel – es stammt aus dem Jahr 1984.

Wie Konzert-Mitschnitte der vergangenen zehn Jahre dokumentieren, begeistert der 1951 in Sarajevo geborene Sänger mit seinem Nostalgie-Schlager zwischen Kroatien und Kosovo immer noch riesige Zuschauer-Massen. Auch ich würde bei solch einem Auftritt im Publikum voll mitgehen, denn „Ti si mi u krvi“ ist ein Ohrwurm, den Zdravko Colic mit einer Extraportion Gefühl schmettert.

Liebe, Manie & Eifersucht im Text

Der Song handelt – wie soll es anders sein – von einer heftigen Liebe zu einer Frau. Man kann diese emotionalen Auswüchse auch als Besessenheit bezeichnen. Auf jeden Fall erzählen solche Zeilen von einer manischen Eifersucht: „Ako te odvedu Cigani čergari ili te ukradu strašni Haremski čuvari, ako te odvedu ja ću da poludim …“

So, und nun das Ganze noch mal auf Deutsch: „Wenn dich Zigeuner-Schergen (politically correct: Sinti und Roma) wegnehmen oder dich schreckliche Haremswächter klauen, wenn sie dich wegschnappen, werde ich verrückt.“ Ja, es gibt solche Männer! Der Textdichter ist allerdings eine Frau: Spomenka Kovač (1951 – 2005), die „Ti si mi u krvi“ zusammen mit ihrem Mann, dem Komponisten Kornelije Kovač, geschrieben hat.

Offizielles Musikvideo von Zdravko Colic

Weitaus weniger Action erlebt man im offiziellen Musikvideo zu dem Titel: Der attraktive Interpret schlendert gemütlich durch den Hafen eines kleinen Fischerdorfes an der Adria – allein und mit Booten im Hintergrund. Von der besungenen Dame ist nichts zu sehen, wahrscheinlich war die Entführung der „Zigeuner“ und Haremswächter erfolgreich.

Sound- und Videoqualität lassen nach 34 Jahren zu wünschen übrig, einen besseren Klanggenuss bietet ein Audio auf YouTube. Ansonsten könnt Ihr Euch das Lied auch bei Amazon und Co. runterladen!

Titelbild: YouTube-Screenshot

Autor

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Annika Senger
Annika Senger ist Gründerin und Chefredakteurin des Reise- und Kulturportals Kroatien-Liebe. Die passionierte Bloggerin und Reisevermittlerin interessiert sich für Reisen, Musik, Literatur, Sprachen, Kochen und Fotografie.
Adresse: Berlin, Deutschland

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