Kroatien forever? Tipps fürs Auswandern auf Probe

Auswandern auf Probe nach Kroatien

Sonne, Strand, Meer, gutes Essen, lebensfrohe Menschen – es gibt viele Gründe, um in Kroatien Auswandern auf Probe zu wagen. Während zahlreiche Kroaten in der Hoffnung auf bessere Jobs oder einen höheren Lebensstandard nach Deutschland kommen, gehen immer mehr Deutsche den umgekehrten Weg. Sie sehnen sich nach einem wärmeren Klima, einem minimalistischeren Lebensstil und weniger Stress bei der Arbeit. Vor allem möchten sie jeden Morgen mit Blick aufs Meer aufwachen und erträumen sich das Leben in Kroatien als Dauerurlaub.

Es sind die typischen Illusionen vieler Auswanderer – unabhängig vom Zielland – die leider nur selten der Realität entsprechen. Ob das Auswandern wirklich für einen geeignet ist und ob Kroatien dafür die richtige Wahl ist, das lässt sich meist erst hinterher sagen. Doch wer dann bereits alle Brücken in sein altes Leben abgebrochen hat, der kann oft nicht mehr oder nur unter schwierigen Umständen zurück (ohne Bleibe, Job oder sozialen Anschluss). Manchmal reicht dafür auch schlichtweg das Geld nicht mehr. Eine Auswanderung nach Kroatien will also gut überlegt sein. Am besten ist es, erst einmal „auf Probe“ auszuwandern und sich den Plan B der Rückkehr offenzuhalten.

Auswandern auf Probe: Welche Möglichkeiten gibt es?

Eine Alternative schadet bekanntlich nie und tatsächlich ist es ein ungeschriebenes Gesetz für alle Auswanderer – nicht nur nach Kroatien – dass sie das Zielland erst einmal für längere Zeit besuchen sollten, bevor sie ihren Wohnsitz endgültig dorthin verlegen. Das bedeutet nicht, anstelle von zwei, lieber vier Wochen Urlaub im betreffenden Land zu machen. Stattdessen sollten die Auswanderer in spe tatsächlich zur Probe dort wohnen, arbeiten und einen Alltag kreieren. Wenn es nach dem Aufstehen plötzlich nicht mehr jeden Tag an den Strand, sondern an den Arbeitsplatz geht, zerplatzt häufig auch die Illusion des perfekten Lebens im Land der Träume. Welche Möglichkeiten gibt es also, um auf Probe nach Kroatien auszuwandern und so anhand realistischer Umstände zu prüfen, ob ein alltägliches Leben dort eine geeignete Option ist?

Auswandern nach Kroatien
Foto: Kroatien-Liebe

Expat

Wer die Möglichkeit hat, als Fachkraft ins Ausland zu gehen und als Expat in Kroatien für mehrere Monate bis Jahre zu leben, sollte sie unbedingt nutzen. So lässt sich testen, wie der Alltag in Kroatien mit Job, Wohnung & Co. wirklich aussieht. Gleichzeitig muss man aber nicht die bisherige Stellung aufgeben. Das Auswandern auf Probe wird sogar durch den Arbeitgeber finanziert und unterstützt.

Dennoch bedeutet das natürlich, dass der Haushalt mitwandert und die Einrichtung vor Ort zumindest nach und nach vollständig erfolgen sollte. Das ist organisationstechnisch ein recht hoher Aufwand, auch wenn auf Zeit erst mal ein Zweithaushalt geschaffen werden könnte, der das Leben an zwei Orten möglich macht. Haushaltsgeräte werden dann einfach noch einmal eingekauft und direkt an den zukünftigen Wirkungsort gesandt. Bei Waschmaschinen oder Staubsaugern bietet sich die Gelegenheit, einfach ein neues, besseres Gerät auszusuchen und es dann im Falle einer „Doch-nicht-Auswanderungs-Situation“ im neuen, alten Zuhause zu behalten. Hier muss jeder selbst die passende Lösung für die individuelle Situation finden, wobei sicherlich auch ein „Plan as you go“ prima funktioniert.

Kroatische Flagge auf Boot
Foto: Kroatien-Liebe

Praktikum

Wer noch keinen Job hat und beispielsweise vor oder nach einem Studium mit dem Gedanken der Auswanderung nach Kroatien liebäugelt, kann sich dort auf ein Praktikum bewerben. So hat man die Chance, für mehrere Monate in dem Land zu leben, zu arbeiten und so herauszufinden, ob Kroatien die richtige Wahl für die Zukunft wäre. Einziger Haken an der Sache ist, dass in den meisten Betrieben gute Sprachkenntnisse vorausgesetzt werden. Wer noch kein Kroatisch kann, ergattert aber vielleicht einen Praktikumsplatz in einem internationalen Unternehmen mit englischer Betriebssprache oder sogar bei einer deutschen Firma. Wer jedoch ernsthaft ans Auswandern denkt, sollte ohnehin schnellstmöglich die Landessprache erlernen.

Studium

Vor dem Studium ist auch ein guter Zeitpunkt, um kein Praktikum, sondern direkt die Studienzeit in Kroatien zu absolvieren. Schließlich gibt es dort ebenfalls eine Menge staatliche und private Universitäten und Hochschulen mit Studiengängen in unterschiedlichsten Fachrichtungen. Der Vorteil: Studierende bekommen meist schnell Anschluss und haben oft die Möglichkeit, direkt an der betreffenden Einrichtung einen Sprachkurs zu absolvieren. Wichtig ist allerdings, sich dann nicht nur mit deutschen oder internationalen Studierenden anzufreunden, sondern vor allem mit den kroatischen Kommilitonen – um Kultur, Land und Sprache bestmöglich kennenzulernen und Kontakte für ein potenzielles späteres Leben in Kroatien zu knüpfen.

Fähre Zadar Dugi Otok Sali Zaglav
Foto: Kroatien-Liebe

Saisonarbeit

Falls ein Studium nicht infrage kommt, kann man auch als Saisonarbeiter nach Kroatien gehen. Vor allem im Sommer existieren im Tourismus oder in der Landwirtschaft viele offene Stellen. In ersterem Bereich können Kenntnisse der deutschen oder englischen Sprache von großem Vorteil sein, beispielsweise bei der Arbeit als Animateur in einem Hotel für vorwiegend deutsche Gäste. Allerdings besteht dann die Gefahr, nicht das reale Leben in Kroatien kennenzulernen, da der Lebensmittelpunkt und die Unterkunft meist im Hotel selbst liegen und somit kein Kontakt zur Bevölkerung und deren Kultur besteht. Saisonarbeit ist für das Auswandern auf Probe daher nur bedingt geeignet.

Überwintern

Ebenso verhält es sich mit der Überwinterung in Kroatien. Wer Rente bezieht oder genügend Vermögen hat, um für den Rest seines Lebens „Dauerurlaub“ zu machen, für den kann Überwintern im Zielland eine gute Möglichkeit zum Auswandern auf Probe sein. Wer allerdings auf Dauer arbeiten müsste, der sollte sich auch einen realitätsnahen Alltag erschaffen.

Kunstpavillon Zagreb Kroatien
Foto: Kroatien-Liebe

Je realistischer Auswandern auf Probe, desto erfolgreicher

Letzteres Problem tritt auch bei den Arbeits- und Lebensmodellen Au-Pair, Sabbatical oder Work-and-Travel auf. Zwar ermöglichen sie einen längerfristigen Aufenthalt in Kroatien, jedoch sähe der Alltag bei einer tatsächlichen Auswanderung anders aus. Sie können gute erste Anhaltspunkte sein, um zu prüfen, ob Kroatien als Wohnort infrage kommt, jedoch sollte der Alltag keinem Dauerurlaub entsprechen. Wer nicht arbeiten muss, jeden Morgen an den Strand spaziert und im Hotel einen Putzservice hat, erlebt das Leben tatsächlich rosiger als in der deutschen Heimat. Kehrt aber auch in Kroatien eines Tages der Alltag ein, ist der Wunschtraum oft ausgeträumt und viele Menschen vermissen ihre heimische Sprache und Kultur, ihre Freunde und Familie.

Wer also auf Probe auswandern möchte, sollte sich vor Ort eine Arbeitsstelle und eine Bleibe ohne Hotel-Charakter suchen. Eine Ferienwohnung eignet sich dafür beispielsweise optimal und neben Strandtuch, Bikini & Co. dürfen dann im Gepäck auch Alltagsutensilien wie Arbeitskleidung, Laptop oder die Steuerunterlagen nicht fehlen. Plötzlich klingt das Auswandern überhaupt nicht mehr nach Urlaub non-stop, was nicht bedeutet, dass Kroatien nicht dennoch für viele Deutsche das Land ihrer Träume werden kann. Sie müssen das Auswandern eben nur mit Vernunft angehen. In diesem Sinne: Sretno! (PR)

Titelbild: Momonator / Pixabay

Autor

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Annika Senger
Annika Senger ist Gründerin und Chefredakteurin des Reise- und Kulturportals Kroatien-Liebe. Die passionierte Bloggerin und Reisevermittlerin interessiert sich für Reisen, Musik, Literatur, Sprachen, Kochen und Fotografie.
Adresse: Berlin, Deutschland

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