Kroatische Flüche für Fortgeschrittene

Kroatische Flüche

Jugos sind Weltmeister im Fluchen. Mit Jugos meine ich nicht nur Kroaten, sondern auch Serben, Bosniaken, Montenegriner etc. Beleidigungen unter der Gürtellinie gehören auf dem Balkan zum ganz normalen Alltag. Das Verb „jebati“, das dem deutschen F-Wort für den Geschlechtsakt entspricht, ist dort vollkommen salonfähig! Wunderschöne kroatische Flüche hat eine Freundin von mir in den vergangen Wochen kennengelernt – seit im Sommer ein Kroate in ihr Leben getreten ist.

Ihre Freundschaft, Beziehung (oder ihr Krieg?) kommt mir sehr ambivalent vor. Sie fühlen sich übelst zueinander hingezogen, streiten sich, vertragen sich und das immer im Wechsel. Kaum hat sie die roten Knöpfe ihres Herzbuben gedrückt, schleudert er meiner Freundin kroatische Flüche für Fortgeschrittene um die Ohren. Ganz großes Kino!

Nun gut, ich bin froh, dass ich diese Liebesgeschichte nur von außen wahrnehme. Wie im Kinosaal. Als vermeintliche Kroatisch-Expertin durfte ich mir ein paar WhatsApp-Sprachnachrichten anhören und die hatten es wirklich in sich, vor allem das J-Wort! Wie man das Verb „jebati“ konjugiert, lernt Ihr im Blogartikel Kroatisch fluchen: geniale genitale Schimpfwörter. Ich werde mich hier nicht wiederholen.

Kroatisch fluchen
Foto: cocoparisienne / Pixabay

Kroatische Flüche mit dem J-Wort

Eines muss man dem Mann lassen: Er ist unglaublich redegewandt. Was seine Schimpftiraden betrifft, geht nichts ohne das J-Wort, das er gerne mit der Mutter oder deren Geschlechtsorgan kombiniert. Mögliche kroatische Flüche lauten dann:

Je*em ti mater!
Je*em ti majku!
Je*em ti pičku materinu!

Die ersten beiden Sätze ins Deutsche übersetzt: Ich f*cke deine Mutter. In Satz Nummer drei sagt er: Ich f*cke die V*tze deiner Mutter. Harter Tobak, aber auf Balkanesisch gang und gäbe! Deutsche fluchen eben lieber anal. Manchmal schlägt Dragan, wie ich ihn jetzt mal nenne, auch Brücken zwischen hinten und vorne:

Je*em ti u šupak!

Auf Deutsch: Ich f*cke dich ins A*loch.

Ansonsten lacht er sich über die deutsche Fluchmentalität und deren Hang zu Ärschen und Scheiße eins ins Fäustchen! Er f*ckt lieber, und zwar alles Mögliche:

Je*em ti sunce!
Ich f*cke dir die Sonne!

Je*em ti život!
Ich f*cke dein Leben!

Manche sollen auf dem Balkan sogar den Herrgott im Himmel durchnudeln:

Je*em ti boga!

Wenn sich Dragan beim Fluchen warm macht, darf es für den Anfang ein einfaches „Jebote!“ sein. Als Synonyme kommen „Jebi se!“ oder „Jebi ga!“ infrage. Ob man seinem Gegenüber „F*ck dich!“ oder „F*ck es!“ entgegensäuselt, ist ja fast schon egal.

In einer seiner Nachrichten zischte Dragan sexy: „Jebote, budalo!“
F*ck dich, du Depp!

Ihr seht also: Kroatische Flüche sind seine absolute Spezialität. Aber ob er so gut im Fluchen ist wie der Kommentator im folgenden Video? Hier schafft es eine Frau nicht, mit ihrem Smart einzuparken. Dem Mann im Off fallen dazu eine ganze Menge Nettigkeiten ein … Spitzt einfach mal die Ohren und lauscht! (as)

Titelbild: cocoparisienne / Pixabay

Autor

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Annika Senger
Annika Senger ist Gründerin und Chefredakteurin des Reise- und Kulturportals Kroatien-Liebe. Die passionierte Bloggerin und Reisevermittlerin interessiert sich für Reisen, Musik, Literatur, Sprachen, Kochen und Fotografie.
Adresse: Berlin, Deutschland

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