Park Maksimir: die grüne Lunge von Zagreb

Park Maksimir Zagreb

Mittlerweile bin ich so oft in Zagreb, dass ich an einem Nachmittag im Juni einfach mal Fünfe gerade sein lasse und gemütlich durch den Park Maksimir bummele. Dieses Vergnügen hatte ich bisher nur einmal: an einem Sonntagmorgen mitten im Winter, als mich eine verwunschen wirkende Schneelandschaft ohne andere Spaziergänger erwartete.

Im Sommer sieht das natürlich ganz anders aus. In der grünen Lunge der kroatischen Hauptstadt tummeln sich Familien mit Kindern, Paare und Gassigänger mit Hunden. Ein großflächiges Stück Rasen lädt sogar ausdrücklich zum Picknicken ein – mit Blick auf einen von mehreren Teichen.

Dieser 316 Hektar umfassende Stadtpark, zu dem auch der Zagreber Zoo gehört, wurde 1787 von Bischof Maksimilijan Vrhovac gegründet und sieben Jahre später für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Bis heute gilt er als der größte Park in Südosteuropa und als eine der ältesten Parkanlagen des Kontinents.

Picknicken im Park Maksimir Zagreb
Foto: Kroatien-Liebe

Historische Bauten im Park Maksimir

Echo-Pavillon

Wenn man durch Maksimir schlendert, fallen einem verschiedene historische Bauwerke ins Auge – unweit des Haupteingangs etwa der sogenannte Echo-Pavillon. Das runde, weiße architektonische Schmuckstück basiert auf Entwürfen des Wiener Baumeisters Franz Schücht und wurde nach 1840 errichtet. Eine Besonderheit an dem Pavillon: Steht man in ihm, hört man die eigene Stimme mit Zeitverzögerung als Echo.

Echo-Pavillon Park Maksimir
Foto: Kroatien-Liebe

Aussichtsturm mit Café

Der Eingangsweg von Park Maksimir führt direkt zu einem Aussichtsturm mit Café, das allen Fans des kroatischen Kultfilms Tko pjeva, zlo ne misli bekannt vorkommen sollte. Hier tanzte Gentleman Fulir mit seiner Angebeteten Ana und sorgte damit für ein tragikomisches Eifersuchtsdrama in der Familie Šafranek. Ich könnte mir den Streifen immer wieder reinziehen!

Aussichtsturm Park Maksimir
Foto: Kroatien-Liebe

Schweizer Haus

Ein Café beherbergt auch das zweistöckige Schweizer Haus (švicarska kuća), aber während ich da vorbeigehe, ist es geschlossen. Architekt Schücht hat es 1841 einer rustikalen alpenländischen Hütte nachempfunden, im Herbst des Folgejahres wurde es vollendet. Mit seinem dunklen Holzdach ragt das Schweizer Haus etwas einsam zwischen den Büschen hervor.

Schweizer Haus im Park Maksimir
Foto: Kroatien-Liebe

Kapelle Sv. Juraj

Auch eine kleine, neogotische Kirche gibt es im Park Maksimir: die Kapelle Sv. Juraj. Im Jahr 1864 wurde sie nach Plänen des Architekten Josef Vönstadel erbaut und nach Erzbischof Juraj Haulik benannt. Letzterer war für die Gestaltung des Parks verantwortlich und hegte den Herzenswunsch, in der Kapelle begraben zu werden.

Kapelle Sv. Juraj Park Maksimir Zagreb
Foto: Kroatien-Liebe

Schildkröten-Liebe in den Teichen

Ich lasse all diese Gebäude an mir vorbeiziehen und entspanne mich zwischendurch immer mal wieder auf einer Bank, am liebsten in der Nähe der Teiche. Dort kann ich Schildkröten beobachten und mir fällt auf: Die hübschen Panzer-Reptilien aalen sich nicht nur im Wasser, sondern liefern sich auch waschechte Liebes- und Eifersuchtsszenen. Das folgende Bild spricht Bände! 😉

Schildkröten im Park Maksimir Zagreb
Foto: Kroatien-Liebe

An sonnigen Tagen findet man unter den dichten Sträuchern und Bäumen viele schattige Plätze. Nachts trifft sich dort die Zagreber Homo-Szene zum Cruisen, hat mir eine einschlägige Quelle aus persönlicher Erfahrung berichtet. So lange bleibe ich aber nicht, außerdem bin ich eine Frau, die nach dem Spaziergang wieder mit der Straßenbahn zurück ins Zentrum von Zagreb fährt. Das dauert nur wenige Minuten! (as)

Adresse

Park Maksimir
Maksimirski perivoj
10000 Zagreb
Kroatien

Autor

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Annika Senger
Annika Senger ist Gründerin und Chefredakteurin des Reise- und Kulturportals Kroatien-Liebe. Die passionierte Bloggerin und Reisevermittlerin interessiert sich für Reisen, Musik, Literatur, Sprachen, Kochen und Fotografie.
Adresse: Berlin, Deutschland

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