Kayaking Split: Erholsame Paddel-Tour

Kayaking Split

Im Hafen legt ein Kreuzfahrtschiff nach dem anderen an, durch die engen Gassen der Altstadt drängen sich Touristen aus der ganzen Welt. Wer von all dem Gewusel der Sommermonate genervt ist, kann beim Kayaking Split entkommen und paddelnd auf dem Meer die Seele baumeln lassen.

So wie ich am 11. Juni – nachdem ich zwei Tage zuvor beim Canyoning in der Cetina ein echtes Abenteuer erlebt habe, schreien meine Füße immer noch nach Erholung. Die Treter können sich bei einer Kajaktour tatsächlich ausruhen, nur der Oberkörper macht ein bisschen Workout, vor allem die Arme.

Gegen neun Uhr morgens versammelt sich vor dem Hotel Bellevue in Split ein bunt gemischtes internationales Grüppchen. Die Teilnehmer kommen aus Finnland, Irland, Kanada und Deutschland, auch ein kleines Mädchen ist mit dabei. Die toughe Kroatin Bruna gesellt sich zu uns und stellt sich als unser Guide vor. Als wir dann zusammen zum Minibus gehen, treffe ich am Steuer einen alten Bekannten: Marin, der mich beim Canyoning ertragen musste – meine anfängliche Abneigung gegen den Neoprenanzug oder meine Unsicherheiten auf den glitschigen Felsen im Fluss …

Start am Strand von Stobreč

Mit einem Lächeln auf den Lippen chauffiert er uns zu einem Hotelstrand in Stobreč, ein Vorort von Split. Die Fahrt dauert vielleicht 20 Minuten und am Ziel angekommen, schlüpfen wir als erstes in Badesachen und Schwimmwesten. Wer zum Kayaking Split entflieht, der merkt sofort, dass in Stobreč weniger Trubel herrscht, zumindest außerhalb der Hauptsaison.

Unsere Sachen schließen wir in der Kajak-Garage ein, Kameras, Wasserflaschen und Handtücher werden in wasserdichten Plastiktonnen verstaut und mit auf die Boote genommen. Die Kajaks samt Paddel liegen schon alle startklar am Kieselstrand – dafür hat Franky, der zweite Guide aus Spanien, gesorgt. Eigentlich heißt er Francisco, aber für die Kroaten sei es schwierig, seinen Namen richtig auszusprechen, erzählt er mir beim gemeinsamen Paddeln.

Ehe wir mit dem Kajak auf der Adria schippern, geben uns Bruna und Francisco Einweisungen in die richtige Paddeltechnik. Ich weiß Bescheid – immerhin bin ich schon öfters Kajak gefahren – meistens in Kroatien und nie hinten im Boot als Steuerfrau. Irgendeinen netten Guide habe ich jedes Mal als Begleitung gefunden.

Kajaktour Split Kroatien
Foto: Kroatien-Liebe

Kayaking Split mit Badepause

Wer mag, paddelt solo – meistens handelt es sich um eigenbrötlerisch wirkende Singlemänner, so auch bei diesem Ausflug. Bei einer geselligen Aktivität wie Kajakfahren freue ich mich immer über Plaudereien, schon das türkis schimmernde Meer bietet allerhand Gesprächsstoff.

Die Tour führt in der Nähe der Küste entlang, am Ufer ragen Felsen in die Höhe und um unsere Köpfe kreisen Möwen, die nur darauf lauern, frische Fische zu angeln. Fotografieren kann ich auf dem Wasser nicht, erst während des Bade-Stopps an einem einsamen Strand hole ich meine Kamera aus der Trockentonne. Hier verweilen wir eine halbe Stunde, Bruna und Franky haben sogar Schnorchelaustrüstung eingepackt.

Kayaking Split Ausflug Kroatien
Foto: Kroatien-Liebe

Zweiter Stopp für Felsenspringer

Nach der feuchtfröhlichen Pause bewegen wir uns langsam und gemütlich zurück Richtung Stobreč – und machen noch einen Stopp für Abenteurer. Das Wasser unterhalb der steil in die Höhe schießenden Felsen ist so tief, dass man von den Klippen in Neptuns Reich hüpfen kann. Wie schon mal erwähnt – ich habe eine Phobie gegen Springen und schaue mir den Spaß lieber vom Ufer aus an. Manch anderer schleudert sich im Gegensatz zu mir rückwärts ins Meer, wie man hier auf meinem Foto erkennen kann! Während ich nur Bilder mache, können die anderen es gar nicht lassen, immer und immer wieder ins Meer zu plumpsen.

Klippen springen in Kroatien
Foto: Kroatien-Liebe

Kayaking Split: Abstecher in die Žrnovnica

Nach einer Weile ist Schluss damit und noch ein bisschen Fluss-Kayaking angesagt. An einer Brücke biegen wir links in die wesentlich kühlere Žrnovnica ab und Francisco erzählt mir eine Geschichte: An der Mündung habe ein koreanisches Ehepaar beim Fotografieren seine Kamera verloren. In Nullkommanichts sei das teure Teil in die Tiefe geglitten – wo es wohl bis zum Ende der Welt im Schlamm liegen wird.

Leider nicht der einzige Müll in diesem Fluss: Obwohl am Ufer alles so idyllisch aussieht, treiben Plastikflaschen, Dosen und anderer Dreck durchs Wasser. Francisco zeigt sich verärgert über die Ignoranz der Mitmenschen, die ohne Sinn und Nachgedanken ihren Unrat in der Natur abladen. Seine Einstellung gefällt mir!

Als die Strömung der Žrnovnica stärker wird, kehren wir um und erreichen mit dem Kajak innerhalb weniger Minuten den Strand von Stobreč. Es ist kurz vor halb eins am Mittag. Wir räumen die Paddelboote samt Equipment weg, ziehen uns um und steigen etwa eine Viertelstunde später in den Minibus. Gegen ein Uhr sind wir wieder am Trg Republike in der zweitgrößten Stadt in Kroatien – gut erholt, kann ich von mir behaupten.

Habt Ihr nach dem Lesen auch Lust bekommen, beim Kayaking Split den Rücken zu kehren? Wenn ja, geht es hier weiter zur Buchung dieses tollen Ausflugs für die ganze Familie! (as)

Autor

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Annika Senger
Annika Senger ist Gründerin und Chefredakteurin des Reise- und Kulturportals Kroatien-Liebe. Die passionierte Bloggerin und Reisevermittlerin interessiert sich für Reisen, Musik, Literatur, Sprachen, Kochen und Fotografie.
Adresse: Berlin, Deutschland

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