Kroatisch kochen: Kuhani štrukli sa sirom

Kuhani strukli im Restoran Nokturno Zagreb

Im Norden und Nordwesten von Kroatien kommen Kuhani strukli in allen möglichen Variationen auf den Tisch – von süß bis herzhaft. Auch im Zagorje, der Region nördlich von Zagreb, gelten die leckeren Teigtaschen als Spezialität.

Man kann sie kochen oder braten (pečeni štrukli), als Vorspeise, Hauptgericht, Dessert oder in der Suppe servieren. Der Fantasie sind kaum Grenzen gesetzt, wenn man weiß, wie man Štrukli richtig zubereitet.

Während meines Ausflugs nach Sljeme Ende Oktober habe ich in einem rustikalen Wirtshaus Kuhani strukli sa sirom (Gekochte Štrukli mit Käse) probiert. Die Köchin hat sie frisch gemacht, ich konnte dabei zusehen und fühlte mich inspiriert, nach meiner Rückkehr aus Zagreb selbst in die Rolle einer kroatischen Küchenfee zu schlüpfen.

Auf einer ganzen Reihe von Kochseiten aus Kroatien findet man Rezepte für Kuhani štrukli in kroatischer Sprache. Hier werdet Ihr nun auch auf Deutsch fündig.

Zutaten für kroatische Teigtaschen

Man nehme folgende Zutaten:

Teig

500 Gramm Weizenmehl
1 Ei (oder Ei-Ersatzpulver)
2 Esslöffel Öl
1 Esslöffel Essig
Salz
lauwarmes Wasser

Füllung

500 Gramm Hüttenkäse
100 ml saure Sahne
2 Eier (oder Ei-Ersatzpulver)
Salz

Panade

geschmolzene Butter
Paniermehl

Die Zubereitung

Man gebe das Mehl in eine Schüssel und füge Öl, Essig, Salz, ein Ei und nicht zu viel Wasser hinzu. Dann knete man mit den Händen einen Teig und bestreiche ihn mit etwas Öl, sobald er schön glatt ist. Diesen Teig lasse man ungefähr eine halbe Stunde ruhen.

In der Zwischenzeit verrühre man in einer zweiten Schüssel den Hüttenkäse, die saure Sahne, eine Prise Salz und zwei Eier für die Füllung.

Nach der Ruhezeit bestreue man den Küchentisch mit Mehl und rolle den Štrukli-Teig darauf aus. Anschließend schneide man ihn in Vierecke, verteile die Käsefüllung auf den Stücken und klappe sie zusammen. Bitte achtet darauf, die Teigtaschen gut zu schließen!

In einem großen Topf koche man die Štrukli ungefähr zehn Minuten, hole sie mit einer Schöpfkelle aus dem Wasser und richte sie auf einem Teller an.

Zum Schluss zerlasse man Butter in einer Pfanne, brate darin Semmelbrösel an und garniere die Kuhani Štrukli mit der Panade. Jetzt sind sie fertig!

Kuhani Strukli: ein schwieriges Rezept

So weit, so gut, wenn alles perfekt gelaufen wäre. Noch nie ist mir ein kroatisches Gericht so misslungen wie dieses! Im Topf öffneten sich sämtliche Teigtaschen und die Füllung schwappte an die Oberfläche.

Weil ich mich mit dieser Peinlichkeit nicht ins Netz wagen wollte, müsst Ihr nun mit meinem Štrukli-Bild aus dem Restaurant Nokturno in Zagreb vorlieb nehmen. Meine Kuhani strukli schmeckten zwar genauso gut wie in Kroatien, aber optisch waren sie die reinste Katastrophe.

Nach meiner Kochpanne schickte ich meinem Freund Željko eine WhatsApp-Nachricht, um ihm mitzuteilen, was mit dem Essen, über das wir uns kurz vorher noch unterhalten hatten, passiert war. Er antwortete prompt: „Kuhani štrukli sind schwierig. Du musst üben!“

Ich denke, ich überlasse dieses kroatische Rezept besser denen, die es können und versuche mich als nächstes an gebratenen Štrukli. (as)

Lass dich von meinen Reisevideos inspirieren

Autor

client-photo-1
Annika Senger
Annika Senger ist Gründerin und Chefredakteurin des Reise- und Kulturportals Kroatien-Liebe. Die passionierte Bloggerin und Reisevermittlerin interessiert sich für Reisen, Musik, Literatur, Sprachen, Kochen und Fotografie.
Adresse: Berlin, Deutschland

Kommentare

Romana
23. November 2017
Na kein Wunder. Man schneidet den Teig nicht in Vierecke. Man rollt es zu einem Strudel und dann teilt man es. Man kocht es auch nicht, sondern lässt es ziehen. Am sichersten ist es, sie in Servietten zu kochen. Übrigens sind gekochte Struklji ein slowenisches Nationalgericht.
Annika Senger
23. November 2017
Danke für den Tipp! Dann werde ich das beim nächsten Mal so ausprobieren. Von Zagreb bis zur slowenischen Grenze ist es nur ein Katzensprung. Also kein Wunder, dass sich das Essen auf beiden Seiten etabliert hat! ;-)
Astrid Ullrich
3. Juli 2019
Wir haben es dann in die Fritteuse gelegt, nachdem im Topf nix passierte...
Annika Senger
5. Juli 2019
Im Topf passierte nichts? Sind sie nicht beim ersten Versuch auseinander gefallen? Für die Dinger braucht man echt Übung. ;-)
Danijel
2. Dezember 2019
Hi werde mich morgen früh an den Dingern ausprobieren, hatte ich früher immer bei meiner Oma, zagorka, zum Essen!
Annika Senger
2. Dezember 2019
Viel Erfolg! ;-) Bei Oma sind die sicher am leckersten.
Danijel
3. Dezember 2019
Waren der Hammer heute, Oma gibt es leider nicht mehr deswegen suche ich immer wieder alte Rezepte aus Kroatien. Danke dir somit für eine tolle Erinnerung

Schreibe einen Kommentar